FDP beantragt ein Gymnasium in Baumheide

Jan Maik Schlifter

Bielefeld, 12.01.2017. Für die Sitzung des Schul- und Sportausschusses am kommenden Dienstag beantragt die FDP eine Verbesserung der Raumsituation an allen Realschulen und die Errichtung eines neuen Gymnasiums am Standort der Hauptschule Baumheide. Zahlen der Verwaltung zeigten, dass in den nächsten Jahren im Schnitt für fünf Eingangsklassen kein Platz in den städtischen Gymnasien sei. „Paprika und CDU ignorieren bei ihrer gemeinsamen Schulentwicklung vollständig die Raumnot an Gymnasien und sehen keine Verbesserung für die bestehenden Realschulen vor, die nicht geschlossen werden sollen.“, so FDP-Vorsitzender Jan Maik Schlifter.

Für die FDP soll eine vorbildlich ausgestattete Schule in Baumheide gerade sozial benachteiligten Kindern beste Bildungschancen bieten. Schlifter: „Wer meint, dass es in Baumheide zu wenig Kinder gibt, für die das Gymnasium die richtige Schule ist, der hat sich damit abgefunden, dass der Geldbeutel der Eltern die Schulkarriere der Kinder bestimmt. Wir wollen gerade dort eine Schule einrichten, die für Schüler aus ganz Bielefeld attraktiv ist und das Raumproblem an unseren Gymnasien endlich angehen.“ Bei der Realisierung hofft die FDP auf Förderung durch das Land nach der Wahl im Mai. So will die NRW-FDP dreißig exzellente Top-Gymnasien mit modernster Pädagogik und bester Ausstattung gezielt in Stadtteilen mit sozialen Herausforderungen errichten. Baumheide wäre ein sehr guter Standort für eine dieser Leuchtturmschulen.

 

Hier der Antrag:

Zur Ausschusssitzung am 17.02.2017 stellen wir zum o.g. Tagesordnungspunkt folgenden Antrag:

(1) Die Verwaltung wird beauftragt, zeitnah Ausbauoptionen zur Erhöhung der Zügigkeit an den bestehenden Realschulen vorzustellen. Ziel soll es hierbei sein, dem prognostizierten Mehrbedarf an Eingangsklassen flächendeckend zu begegnen und die Qualität der Raumversorgung entscheidend und langfristig zu verbessern.

(2) Die Verwaltung wird beauftragt, am Standort Schlehenweg, Bielefeld-Baumheide die Gründung eines Gymnasiums zum Schuljahr 2018/19 vorzubereiten, das hinsichtlich seiner technischen und digitalen Ausstattung Vorbildcharakter für die Bielefelder Schulen haben soll.

(3) Zur Vorbereitung zählen insbesondere die Ermittlung des Raum- und Ausstattungsbedarfs und der sich daraus ergebenden Ausbauplanung am Standort.

Begründung:
Die vom Amt für Schule zur Verfügung gestellten Schülerprognosen weisen für die Schuljahre 2017/18 bis 2025/26 einen Bedarf von durchschnittlich 5,1 Eingangsklassen je Jahr für die Bielefelder Gymnasien und von 2,4 Eingangsklassen für die Realschulen auf. Aufgrund bereits erfolgter Mehrklassenbildung an Schulen beider Schulformen besteht dringender Ausbaubedarf. Für Realschulen als wohnortnahe Schulen sollte dieser Bedarf durch bauliche Erweiterungen an den einzelnen Standorten über die ganze Stadt verteilt erfolgen.

Den Ausbaubedarf der Schulform Gymnasium blenden die am 6.12.2016 von der Ausschussmehrheit beschlossenen schulpolitischen Maßnahmen vollständig aus. Die Zahlen zur Schülerherkunft zeigen nicht nur, dass das Gymnasium die beliebteste Schulform in unserer Stadt ist, sondern auch, dass die Einzugsbereiche der jeweiligen Standorte größer sind als die der anderen Schulformen. Der Bedarf an fünf Zügen ermöglicht und erfordert die Errichtung eines weiteren Gymnasialstandortes, der durch die höhere Zahl weiter anreisender Schülerinnen und Schüler über eine gute Nahverkehrsanbindung verfügen sollte. Der Standort Schlehenweg erfüllt dies mit einer eigenen S-Bahnhaltestelle in besonderer Weise.

Die Errichtung einer Vorbildschule in einem Quartier mit besonderen sozialen Herausforderungen soll durch das Vorbild vor Ort und die enge Kooperation mit den umliegenden Grundschulen zudem dazu beitragen, den gerade in Deutschland besonders engen Zusammenhang zwischen finanzieller Ausstattung des Elternhauses und Schulerfolg des Kindes zu lösen. Die sich zwischen den Grundschulstandorten stark unterscheidenden Anteile an Schülerinnen und Schülern mit Gymnasial-, Realschul-, bzw. Hauptschulempfehlung sind nämlich kein Produkt geografisch unterschiedlich verteilter Talente sondern Ausdruck des übergroßen Einflusses des Elternhauses auf die Bildungsbiographie der Kinder. Durch ein hervorragendes Schulangebot erfährt der Bereich zudem als Wohnstandort eine Aufwertung und die einpendelnden Schülerinnen und Schüler binden den Stadtteil wieder stärker an die Gesamtstadt an.