Errichtung einer Realschule in Bielefeld-Heepen

09.02.2017. Die Bielefelder FDP stellt folgenden Antrag zur Ratssitzung:

„Die Verwaltung wird beauftragt, zeitnah Ausbauoptionen zur Erhöhung der Zügigkeit an den bestehenden Realschulen vorzustellen. Ziel soll es hierbei sein, dem prognostizierten Mehrbedarf an Eingangsklassen flächendeckend zu begegnen und die Qualität der Raumversorgung entscheidend und langfristig zu verbessern.

Die Verwaltung wird beauftragt, am Standort Schlehenweg, Bielefeld-Baumheide zusätzlich zur Gründung einer Realschule auch die Gründung eines Gymnasiums zum Schuljahr 2018/19 prüfen. Dieses soll hinsichtlich seiner technischen und digitalen Ausstattung Vorbildcharakter für die Bielefelder Schulen haben. 

Zur Vorbereitung zählen insbesondere die Ermittlung des Raum- und Ausstattungsbedarfs und der sich daraus ergebenden Ausbauplanung am Standort.

Begründung: 

Die vom Amt für Schule zur Verfügung gestellten Schülerprognosen weisen für die Schuljahre 2017/18 bis 2025/26 einen Bedarf von durchschnittlich 5,1 Eingangsklassen je Jahr für die Bielefelder Gymnasien und von 2,4 Eingangsklassen für die Realschulen auf. Aufgrund bereits erfolgter Mehrklassenbildung an Schulen beider Schulformen besteht dringender Ausbaubedarf. Für Realschulen als wohnortnahe Schulen sollte dieser Bedarf durch bauliche Erweiterungen an den einzelnen Standorten über die ganze Stadt verteilt erfolgen. 

Den Ausbaubedarf der Schulform Gymnasium blenden die am 6.12.2016 von der Ausschussmehrheit beschlossenen schulpolitischen Maßnahmen vollständig aus. Die Zahlen zur Schülerherkunft zeigen nicht nur, dass das Gymnasium die beliebteste Schulform in unserer Stadt ist, sondern auch, dass die Einzugsbereiche der jeweiligen Standorte größer sind als die der anderen Schulformen. Der Bedarf an fünf Zügen ermöglicht und erfordert die Errichtung eines weiteren Gymnasialstandortes, der durch die höhere Zahl weiter anreisender Schülerinnen und Schüler über eine gute Nahverkehrsanbindung verfügen sollte. Der Standort Schlehenweg erfüllt dies mit einer eigenen S-Bahnhaltestelle in besonderer Weise. 

Die Errichtung einer Vorbildschule in einem Quartier mit besonderen sozialen Herausforderungen soll durch das Vorbild vor Ort und die enge Kooperation mit den umliegenden Grundschulen zudem dazu beitragen, den gerade in Deutschland besonders engen Zusammenhang zwischen finanzieller Ausstattung des Elternhauses und Schulerfolg des Kindes zu lösen. Die sich zwischen den Grundschulstandorten stark unterscheidenden Anteile an Schülerinnen und Schülern mit Gymnasial-, Realschul-, bzw. Hauptschulempfehlung sind nämlich kein Produkt geografisch unterschiedlich verteilter Talente sondern Ausdruck des übergroßen Einflusses des Elternhauses auf die Bildungsbiographie der Kinder. Durch ein hervorragendes Schulangebot erfährt der Bereich zudem als Wohnstandort eine Aufwertung und die einpendelnden Schülerinnen und Schüler binden den Stadtteil wieder stärker an die Gesamtstadt an.“