FDP: Realschulen stärken, nicht schließen

07.11.2017  Für die Ratssitzung am 08.11.2017 beantragt die FDP den Erhalt der Bosse-Realschule. Die von Koalition und CDU gemeinsam vorgesehene Gründung von zwei städtischen Sekundarschulen soll zusammen mit einer Schließung von Kuhlo- und Bosse-Realschule vorgenommen werden. Angesichts der zu geringen Kapazitäten im gesamten Bielefelder Schulsystem und insbesondere bei den Realschulen wäre es nach Auffassung der FDP unsinnig, eine bestehende und funktionierende Realschule zu schließen. „Händeringend werden sicher auch zum nächsten Schuljahr zusätzliche Eingangsklassen in Realschulen gesucht werden. Und da sollen wir dann ein Schulgebäude leerziehen? Über die Bielefelder Schulpolitik kann man sich nur noch wundern.“, so FDP-Vorsitzender Jan Maik Schlifter. Die Freien Demokraten wollen daher die Schließung der Bosse-Realschule aus dem Beschlussvorschlag streichen und die Verwaltung auffordern, gemeinsam mit Schulleitung, Eltern und Schülern zu besprechen, wie die mehr als 100 Jahre bestehende Schule weiterentwickelt werden sollte.

Hart kritisiert der FDP-Vorsitzende auch das Kommunikationsverhalten der Koalition gegenüber den Realschulen. So sei es noch immer zu keinem Gespräch zwischen den rot-grünen Schulpolitikern und der Elternschaft aller Realschulen gekommen. In der Bezirksvertretung Jöllenbeck machte zudem in der letzten Woche der Elternpflegschaftsvorsitzende der Realschule des Stadtbezirks seinem Ärger über den SPD-Bezirksbürgermeister Luft. Dieser habe in einem Artikel für ein von ihm selbst herausgegebenes Anzeigenblatt anhand einer verkürzten Einzelfalldarstellung die örtliche Realschule kritisiert, um damit für die Sekundarschule zu werben. Schlifter: „Koalition und Schuldezernent bringen mit ihrer Bevorzugungspolitik für Sekundar- und Gesamtschulen die Schulen gegeneinander auf und vernachlässigen die eigentlich anstehenden Aufgaben wie Kapazitätserweiterung und Verbesserung der Ausstattung. Ein katastrophales Versagen mit langfristigen Folgen.“