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Bielefelder Schneechaos: Kritik an Effizienz des Winterdienstes

Die Situation beim Winterdienst als auch in der Folge im ÖPNV unserer Stadt stößt bei uns zusehends auf Unverständnis. „Wir erkennen an, dass am vergangenen Wochenende eine enorme Schneemenge heruntergekommen ist. Trotzdem stellen sich Fragen zur grundsätzlichen Vorbereitung, wenn deshalb große Teile der Stadt für mindestens eine komplette Woche lahmgelegt werden“, so Rainer Seifert, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion.

Wir verlangen deshalb einen Bericht im Betriebsausschuss des Umweltbetriebes, dem der Winterdienst unterstellt ist, zu Einsatzplänen und Priorisierungen. 

„Die Mitarbeiter leisten Schwerstarbeit, aber Pendler aus dem Umland sind erstaunt, wie die Bielefelder Straßen noch immer aussehen. Dass die Räumung von Nebenstraßen erst bis zum Wochenende stattfinden soll, stellt uns nicht zufrieden.“

Rainer Seifert

Auch der Ausfall der Stadtbahn bis Sonntag wirft für uns Fragen auf. „Hier wollen wir besser über die Ursachen informiert werden. Wir kommen offenbar schlechter mit den Verhältnissen zurecht als andere Städte und Kreise.“

Nicolas Strahlke, für uns im Aufsichtsrat moBiel, zeigt sich derweil unzufrieden über den Stand der Informationstechnik des städtischen ÖPNV-Unternehmens:„Seit fast einer Woche rollt kaum eine Stadtbahn mehr und der Betrieb auf den meisten Buslinien ruht. Auf den Abfahrtsdisplays wird aber munter weiter jede Linie mit Abfahrt in wenigen Minuten angezeigt. Gleiches gilt für die elektronische Fahrplanauskunft.“ Auch der Fahrkartenkauf gestalte sich in manchem Ersatzbus schwierig, da dies die technischen Möglichkeiten des Bordcomputers wohl überstiegt.

„Ist es wirklich der aktuelle Stand der Technik, dass man in vielen Bussen derzeit gar keine Tickets kaufen oder entwerten kann, weil der Bordcomputer keine ausreichenden Daten hat? Wir hatten wohl noch nie einen spontanen Schienenersatzverkehr in unserer Stadt“, zeigt sich Strahlke überrascht.

Beim Blick auf die Haltestellen im Stadtgebiet wundert sich uns Ratsmitglied Rainer Seifert über die weiter hohen Schneeberge und vor allem über die nicht vollständig geräumten Wege am Jahnplatz: „Findet eigentlich in irgendeiner Form eine Kommunikation zwischen städtischem Winterdienst und städtischem Verkehrsbetrieb statt? Uns hat eine Busfahrerin berichtet, dass es ihre und die Aufgabe ihrer Fahrerkollegen war, die Haltestellen vom Schnee zu räumen.“ Darüber ärgert sich Rainer besonders: „Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Mit Beginn des Busnotverkehrs mussten die Fahrer an jeder Haltestelle erst einmal anhalten, um dann die Schneeschippe raus zu holen und den Haltestellenbereich frei zu machen. moBiel bittet jetzt sogar die Kunden, die Schneeschieber raus zu holen und verlost dafür Schwimmbad-Gutscheine. Nette Idee, aber das kann es doch wohl nicht sein!“, so Seifert, der für die FDP auch im Stadtentwicklungsausschuss sitzt und dort eine entsprechende Anfrage zur Verbesserung beim ÖPNV plant.

Seifert und Strahlke zollen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei moBiel und Umweltbetrieb, die tagtäglich auf der Straße dem Unmut der Fahrgäste und anderen Verkehrsteilnehmern ausgesetzt sind, derweil höchsten Respekt: „Es ist nicht die Schuld des Fahrpersonals, dass es in den Strukturen Mängel gibt. Wir möchten uns deshalb ausdrücklich bei diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Ihren unermüdlichen Einsatz der vergangenen Tage bedanken.“


13. Februar 2021

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