Luttersanierung: Schwarzer Peter liegt nicht bei der Politik

Jasmin Wahl-Schwentker

Jasmin Wahl-Schwentker

11.08.2013. Die von Umweltdezernentin Anja Ritschel angekündigte Untersuchung von Kosten und ökologischen Folgen einer Luttersanierung bei offener Bauweise in der Ravensbergerstrasse wird von der Bielefelder FDP als folgerichtig begrüßt. Für die Septembersitzung des Umweltausschusses hatte die FDP bereits letzten Donnerstag eine Anfrage eingereicht, die Alternativen zum Bau eines Rückhaltebeckens im Kunsthallenpark oder im Park der Menschenrechte thematisiert.

Wir wollen von der Verwaltung unter anderem wissen, wieviele Bäume im Park der Menschenrechte gefällt werden müssten oder wie die um 40 bis 60 Jahre längere Haltbarkeit eines in offener Bauweise sanierten Kanals in den Vergleichsrechnungen berücksichtigt werden kann.“ fasst Jasmin Wahl-Schwentker, FDP-Vertreterin im Umweltausschuss zusammen.

Über die Kommunikation der Verwaltung bei der Ankündigung dieser Untersuchungen sind die Liberalen jedoch irritiert. Es entstünde der Eindruck, die Ausschussmitglieder hätten sich verfrüht auf das Inlinerverfahren festgelegt und die Verwaltung dadurch gehindert, alle Szenarien einschließlich der offenen Bauweise zu bewerten. Die Verwaltung selbst habe aber intensiv für eine Priorisierung der Inlinerlösung geworben. Wahl-Schwentker: „Mir wurde in der betreffenden Sitzung zugesichert, dass dies noch keine Entscheidung sei. Seitdem wurde aber genau dass immer wieder behauptet. Die Entwicklung zeigt nun, dass das nicht sachgerecht gewesen wäre.

Letztlich sei es egal, ob die Verwaltung aus eigenem Antrieb oder aufgrund von Initiativen der Politik nun diese Vorfestlegung auf das Inlinerverfahren aufgebe. Für ein Schwarzer-Peter-Spiel Richtung Politik bestünde aber auf keinen Fall Anlass. „Wie ich glauben viele Beteiligte, dass ohne Widerstand von Bürgern in Initiativen, Politik und Schule bald in einem der Parks die Bagger für ein übergroßes Becken anrollen würden. Daher freue ich mich so über die geänderte Verwaltungshaltung.“ so Wahl-Schwentker.