Bielefelder FDP
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Perspektiven für die Kunsthalle Bielefeld

07.06.2018. Die Bielefelder FDP stellt folgenden Antrag zur Sitzung des Rates:

„Als wichtige Ausdrucksform unseres Selbstverständnisses als moderner Großstadt soll die Kunsthalle auch zukünftig überregionale und internationale Ausstrahlung erzeugen und zugleich in Bielefeld Bezug zur zeitgenössischen Kunst herstellen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss das Gebäude funktional erweitert werden, ein wettbewerbsfähiges Budget unter Einbeziehung privater Förderungen zur Verfügung stehen und eine international renommierte Leitung verpflichtet werden, die innovations- führende Ausstellungen konzipiert und hierfür über ein breites Netzwerk in der internationalen Kunst- szene verfügt. 

Der Rat der Stadt Bielefeld beschließt daher: 

1. Künstlerische Direktion statt Interimskandidaten 

Der Rat der Stadt Bielefeld beauftragt den Oberbürgermeister, Gespräche mit Herrn Dr. Meschede darüber aufzunehmen, wie Kompetenz und Ausstellungserfahrung der bisherigen Leitung für die Kunsthalle nutzbar bleiben. Ziel der Gespräche ist die Organisation eines einvernehmlichen Übergangs. 

Der Rat der Stadt Bielefeld weist den Vertreter der Stadt in der Gesellschafterversammlung an, sich für die Besetzung der Geschäftsführung zu einem Termin einzusetzen, der auf Basis der Ge- spräche vom Oberbürgermeister noch vorzuschlagen ist. Der Besetzung muss eine internationale Ausschreibung vorausgehen, die durch eine fachkompetente Findungskommission formuliert und begleitet wird. Die Anforderungen an den/die Kandidaten/in sollen dem Anspruch und weltweit beachteten Ansehen der Kunsthalle gerecht werden und der Geschäftsführerin / dem Geschäftsführer eine Perspektive ermöglichen, die deutlich über den Schließungszeitraum hinausgeht. Nur so sind Bewerbungen der geforderten Qualität zu erwarten. 

2. Sanierung und Modernisierung 

Der Rat der Stadt Bielefeld beschließt, das Kunsthallen-Ensemble grundlegend zu sanieren, zu modernisieren und zu erweitern mit dem Ziel, die Kunsthalle für zeitgemäße Kunstausstellungen, die oftmals größere Installationen zeitgenössischer Ausstellungsästhetik benötigen, zu be- fähigen. Wie in vergleichbaren Häusern (Essen, Dortmund, Münster, Bremen, Hannover) bereits geschehen, muss die Kunsthalle dem Standard heutiger Kunstproduktion und zeitgemäßer Präsentationsästhetik entsprechen, um weiterhin Ausstellungen auf dem weltweit anerkannten Niveau zu zeigen. Dabei müssen auch die prekäre Depotsituation (Überschwemmung) und gestiegene Anforderungen im Hinblick auf kulturelle Bildungsangebote und Kunstvermittlung in die Erweiterungsplanungen mit einbezogen werden. 

Oberbürgermeister und Kulturdezernent werden aufgefordert, Fördermittelgebern wie Bund, Land und LWL die Vision einer funktional erweiterten Kunsthalle vorzustellen, um Mittel hierfür einzuwerben. 

Zukünftig sind durch den ISB kontinuierliche Instandhaltungsarbeiten durchzuführen, die aus den laufenden Mietzahlungen der Kunsthalle gedeckt werden. Die Entstehung derart grundlegender Sanierungsbedarfe ohne dass aufgebaute Rücklagen zur Verfügung stehen, ist künftig zu vermeiden. 

3. Finanzielle Ausstattung mit Perspektive 

Der Rat der Stadt Bielefeld nimmt den Bedarf der Kunsthalle für eine bessere finanzielle Ausstattung zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die Kunsthalle bei der Erarbeitung eines neuen Finanzkonzeptes und einem angemessenen und wettbewerbsfähigen Budgets zu unterstützen. Es wird eine professionelle Betreuung von Sponsoren und Mäzenen durch die Verwaltungsspitze initiiert, die zusätzliche Zuwendungen mobilisiert. Das Gesamtbudget der Kunsthalle soll eine zeitgemäße Ausstellungsarbeit ermöglichen und den Kostensteigerungen im Ausstellungswesen Rechnung tragen.“


3. April 2019

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