Schließung von Karstadt muss Weckruf sein

20.06.20. Sollte Kaufhof Karstadt in Bielefeld wirklich schließen, muss dies unserer Ansicht nach ein Weckruf für die kommunale Wirtschaftspolitik sein. Es ist eine bittere Ironie, dass am Donnerstag die Koalition im Rat den Jahnplatzumbau gegen den erklärten Widerstand des Handels beschlossen hat und keine 24 Stunden später die Schließung des Traditionskaufhauses verkündet wird. „Dass Bielefeld bei dem Drittel der zu schließenden Filialen dabei ist, zeigt, wie der Standort Bielefeld im nationalen Vergleich mittlerweile bewertet wird. Jetzt müssen im Rathaus eigentlich die Alarmglocken schrillen“, so OB-Kandidat Jan Maik Schlifter. Seit Jahren gibt es von OB und Rot-Grün keine Initiative zur Stärkung von Wirtschaft und Beschäftigung in der Stadt. Das geht in der Krise dann nach hinten los. „Es braucht jetzt Ideen für mehr Arbeitsplätze und für Verbesserungen des Wirtschaftsstandortes Bielefeld. Sechs Jahre ist auf diesem Feld nichts passiert“, so Schlifter. Unsere Anregung, zumindest in diesem Jahr mit mehr verkaufsoffenen Sonntagen den stationären Handel gegenüber Onlineangeboten zu stärken, war OB und Koalition nicht einmal eine Reaktion wert. Dieses Desinteresse an allem, was dem Standort helfen könnte, ist fatal. Ein großer Teil der Bielefelder Arbeitslosigkeit ist hausgemacht.

Das schreibt die NW.